Maiandacht am 1. Mai 2020

Anfangsgebet v. Papst FRANZISKUS
O Maria,
du erstrahlst immer auf unserem Weg
als Zeichen des Heils und der Hoffnung.
Wir vertrauen auf dich, Heil der Kranken,
die du unter dem Kreuz mit dem Schmerz Jesu vereint warst
und dich am Glauben festgehalten hast.

Mutter des guten Rates,
Du weißt, was wir brauchen.
Wir sind sicher, dass du – wie zu Kana in Galiläa – dafür sorgen wirst,
dass nach dieser Zeit der Prüfung
wieder Freude und Frohsinn zurückkehren mögen.

Hilf uns, Mutter der göttlichen Liebe,
uns dem Willen des Vaters anzugleichen
und das zu tun, was Jesus uns sagen wird,
der unser Leiden auf sich genommen und unseren Schmerz getragen hat,
um uns durch das Kreuz zur Freude der Auferstehung zu führen. Amen.

Ausschnitte aus der Hl. Schrift
Aus dem ersten Buch der Bibel (Genesis)
Nachdem Eva im Paradies auf das Wort der Schlange von der Frucht des verbotenen Baumes gegessen hatte, sprach Gott zur Schlange: Weil du das getan hast, bist du verflucht unter allen Tieren des Feldes. Feindschaft setze ich zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen. Er trifft dich am Kopf und du triffst ihn an der Ferse.

Aus dem Lukasevangelium
Der Engel sagte zu Maria: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebären. Der Heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.
Da sagte Maria: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.

Als die Eltern Jesus nach Jerusalem in den Tempel gebracht hatten, nahm Simeon es in seine Arme und pries Gott mit den Worten: Meine Augen haben das Heil gesehen, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.
Und zu Maria sagte er: Siehe, er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird, und ein Schwert wird deine Seele durchdringen.

Aus dem letzten Buch der Bibel (Offenbarung des Johannes)
Es erschien ein Zeichen am Himmel, eine Frau mit der Sonne bekleidet, dem Mond unter ihren Füßen und zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen. Da erschien auch ein großer Drache, die alte Schlange. Er stand vor der Frau und wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war. Und sie gebar einen Sohn, der zum Thron Gottes entrückt wurde.
Der Drache verfolgte die Frau. Die Frau aber floh in die Wüste. Die Schlange spie einen Strom von Wasser hinter der Frau her, damit sie von den Fluten fortgerissen werde. Aber die Erde half der Frau und verschlang den Strom. Da geriet der Drache in Zorn über die Frau und begann, Krieg zu führen mit ihren Nachkommen, die die Gebote Gottes bewahren und an dem Zeugnis für Jesus festhalten.

Rosenkranzgebet
In einem kurzen Brief vom 25. April bittet Papst Franziskus die ganze Kirche, im jetzt beginnenden Mai den Rosenkranz zu beten: einzeln oder gemeinsam in der Familie. Dem möchten wir gleich am ersten Tag des Monats in einer komprimierten Form nachkommen, indem wir alle 15 Geheimnisse jeweils mit einem Ave Maria beten. So durchschreiten wir die gesamte neutestamentliche Heilsgeschichte als Besinnung und als Bitte, dass auch wir Teil und Profiteure dieser Geschichte sein mögen.

Vater unser im Himmel…

Gegrüßet seist du, Maria voll der Gnade, der Herr ist mit dir, du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes,
…Jesus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast…
…den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast…
…den du, o Jungfrau, (in Betlehem) geboren hast…
…den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast…
…den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast…

…Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat…
…der für uns gegeißelt worden ist…
…der für uns mit Dornen gekrönt worden ist…
…der für uns das schwere Kreuz getragen hat…
…der für uns gekreuzigt worden ist…

…Jesus, der von den Toten auferstanden ist…
…der in den Himmel aufgefahren ist…
…der uns den Heiligen Geist gesandt hat…
…der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat…
…der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat…
Ehre sei dem Vater…

Gebet nach Rosenkranz
Maria, in dir schauen wir das Bild der unverdorbenen Schöpfung,
die reine Braut,
die durch ihren Glauben der Welt die Menschwerdung des Wortes Gottes ermöglichte.
Erflehe für uns den heiligen Geist,
damit er auch uns hörend und willig mache,
und dein Reich unter uns wachse und viele neu anziehe,
um das Wunder der wahren Freiheit zu kosten.
Darum bitte für uns beim Vater und dem Sohn und dem Hl. Geist.
Amen.

BITTEN vor dem ausgesetztem Allerheiligsten –  in Anlehnung an Papst Franziskus
In dieser dramatischen Situation voll Leid und Ängsten, welche die ganze Welt bedrücken, wenden wir uns an dich, Mutter Gottes und unsere Mutter, und suchen Zuflucht unter deinem Schutz und Schirm. Flehe mit uns zu deinem Sohn, unseren Herrn, der im Brot gegenwärtig ist und der sagt: „wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“

  • Tröste alle, die um ihre verstorbenen Angehörigen trauern.
  •  Stütze alle, die sich um die Kranken ängstigen, denen sie oft nicht nahe sein können.
  • Schenke Zuversicht denen, die wegen der ungewissen Zukunft in Sorge sind.
  •  Beschütze alle, die im Gesundheitswesen an vorderster Front unter Lebensgefahr kämpfen.
  • Sei bei denen, die Tag und Nacht die Kranken pflegen.
  •  Hilf den Priestern, die mit seelsorgerischem Eifer versuchen, vielen eine Stütze zu sein.
  • Erleuchte die Wissenschaftler, damit sie bald ein Mittel gegen das Virus finden.
  • Stehe den Verantwortlichen der Nationen bei, dass sie mit Weisheit, Großmut und Weitblick allen zu Hilfe kommen, denen das Nötige zum Leben fehlt.
  • Rühre die Gewissen an, damit das Geld statt in die Entwicklung immer ausgeklügeltere Waffensysteme in die Vermeidung ähnlicher Katastrophen fließt.
  • Lass in der Welt das Zugehörigkeitsgefühl zu der einen großen Familie wachsen, damit wir der vielfachen Armut und den Situationen des Elends Abhilfe leisten.
  • Stärke in uns Festigkeit im Glauben, Ausdauer im Dienen und Beharrlichkeit im Beten.

Maria, erflehe für uns bei Gott, dem barmherzigen Vater, dass diese harte Prüfung ein Ende habe und am Horizont wieder Hoffnung und Friede erscheine.
‚Trete bei deinem göttlichen Sohn für uns ein, dass die verwundeten Herzen wieder Vertrauen fassen können.
O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria. Amen.

Schlussgebet
Herr, Jesus Christus,
Du hast das Brot der Eucharistie der Kirche anvertraut
als Vorgeschmack und Anfang des neuen Lebens.
Denn dein fortlebender Leib ist es,
der uns aus der Zerstreuung sammelt und unsere Angst in Freude verwandelt.
Wir bitten dich für die Kirche an diesem Ort und auf dem ganzen Erdenrund,
die jetzt viel Gewohntes aufgeben und sich auf ihre Fundamente besinnen muss.
Schau auf ihre Niedrigkeit und erhebe sie neu,
schenke ihr die feinen Finger der Knotenlöserin,
welche die vergessenen und verdrängten Knoten aufspüren und dir zur Lösung hinhalten:
Schenke uns für die kommende Zeit deinen Segen,
damit wir die guten Früchte der Einschränkungen und der Hinderungen erkennen
und neu ansetzen, dich zu suchen und zu finden –
in deiner Kirche, deren Bild uns Maria in aller Schönheit zeigt.
So bitten wir um deinen Segen für uns und für alle, zu denen du uns sendest.
Amen